Hintergrund | Wissenswertes rund um Web & Design

Alles bleibt anders

Jeder vierte Nutzer geht auch unter­wegs ins Internet – das ergab eine Umfrage des Markt­for­schungs­in­sti­tuts Aris im Auftrag des Tech­no­lo­gie­ver­bandes Bitkom (April 2010). Jeder fünfte Nutzer ist per Laptop oder Netbook, jeder zehnte mit dem Mobil­te­lefon online. Smart­phones, Tablet-Computer und Netbooks liegen im Trend. Für Webde­si­gner bedeuet das: Plötz­lich gibt es Bild­schirme, die nur noch so groß sind wie eine Visi­ten­karte. Die mobilen Browser auf iPhone und Black­berry stellen zwar in der Regel jede Website brav dar: Sie verklei­nern einfach alles so weit, dass es auf’s Display passt. Das Lesen und das Navi­gieren kann dadurch recht mühsam werden, manchmal kann man fast nichts mehr erkennen. Viele Kunden fragen deshalb nach einer Version ihrer Website fürs mobile Endgeräte.

Websites werden mobil

Eine Website smart­pho­ne­taug­lich zu machen, ist relativ einfach. Profes­sio­nell codierte Seiten werden über Style­s­heets (CSS) gesteuert, das heißt, alle Schrift­größen, Bild­for­mate und das Layout können unab­hängig von den Inhalten verän­dert werden. Moderne Browser fragen ab, mit welchem Gerät der Besu­cher unter­wegs ist. Klopft ein Smart­phone an, lädt der Browser das passende Style­s­heet und alle Texte bleiben gut lesbar. Aller­dings sind Smart­phones nicht die einzigen Geräte, die zur Zeit den Markt aufmi­schen. Die Tablet-Computer – allen voran das iPad – halten Einzug in den Alltag der Nutzer. Und die entwi­ckeln ganz neue Gewohn­heiten: „Beein­flusst von der Smartphone-Nutzung sind wir 2012 nicht mehr Always-On, sondern Always-In-Touch. Es wird für uns selbst­ver­ständ­lich, mit mobilen Endge­räten immer und überall online zu sein. Was dabei zählt, sind intui­tive Bedie­nung, Geschwin­dig­keit und Einfach­heit“, erläu­tert Alas­tair Bruce, Director Retail Google Germany. „Für Unter­nehmen wird mehr denn je der direkte Zugang zu den Nutzern sowie die inhalt­liche, zeit­liche und räum­liche Nähe entschei­dend sein.“ (Quelle: Studie GOSMART 2012). Websites müssen plötz­lich ganz neue Ansprüche erfüllen. Einen Tablet-Computer kann man zum Beispiel im Hoch­format und im Quer­format in der Hand halten – beim Desktop-Rechner war so etwas nie ein Thema. Links und Menüs müssen sich auch mit dem Finger gut akti­vieren lassen, Schriften dürfen nicht auf eine feste Größe fixiert werden. Eine Website, die diesen Ansprü­chen nicht gerecht wird, verliert Nutzer. Für Unter­nehmen heisst das: Sie verlieren Kunden.

Muss man für jedes Endgerät eine eigene Version parat haben?

Im Prinzip ja. Aber das ist einfa­cher als es klingt. Das Zauber­wort lautet: Responsive Design. Über die modernen Coding-Techniken (CSS, Media­Que­ries, Java­script) lassen sich Designs erstellen, die mitdenken. Das Layout der Website passt sich dann auto­ma­tisch den Anfor­de­rungen des Endge­rätes an, das sie gerade aufge­rufen hat. Wie das aussieht, beschreibt Ethan Marcotte in seinem Artikel bei A List Apart. Mein Lieb­lings­bei­spiel ist www.colly.com, die Website von Simon Coll­ison: Das Layout bewegt sich, wenn man das Brow­ser­fenster verklei­nert: Aus mehreren Spalten wird am Ende eine einzige, Bilder verän­dern ihre Größe und alle Schriften bleiben immer lesbar. Das alles passiert durch ein paar Zeilen Code, der im Hinter­grund seine Arbeit tut. Tipps für Desi­gner und weitere Beispiele findet man hier: Smashing Maga­zine: Guide­lines To Responsive Webdesign